Hat dein Job ein schlechtes Image?

24.09.2020

Warst du lange arbeitslos und hast nun endlich wieder einen Job? Vielleicht einen, der dir zugewiesen wurde, weil er nach dem Gesetz zumutbar ist. Einen, den du dir nie und nimmer ausgesucht hättest, wenn du denn hättest wählen können?

Du weisst ja inzwischen, dass ich mir sicher bin, dass wir uns alles - und damit meine ich ausschliesslich alles - selbst erschaffen. Also auch einen solchen Job.

Und nichts geschieht umsonst. Es hat einen Grund, warum du genau dort gelandet bist. Ich hatte einen Bekannten, der bekam genau so eine Arbeit. Er war lange arbeitslos gemeldet gewesen und die ihm angebotenen Beschäftigungen deckten ein grosses Spektrum ab, einen gelernten Maler kann man ja überall brauchen, nicht?

Er sah sich aber nicht als Maler, wie andere es sind. Er sah sich als Ausnahmetalent, das er ohne Frage war. Nur hatte Corona seiner Selbständigkeit das Genick gebrochen und nun war er da, wo er nie hinwollte: Beim Arbeitslosenamt.

Er hatte riesen Befürchtungen: Was, wenn die mir so einen Scheissjob geben? Was, wenn ich wieder ein normaler Angestellter sein muss, der von seinem Chef herumgehetzt und schikaniert wird. So waren nämlich sein Bild und seine Erfahrungen dazu. Und damit erschuf er sich genau das: Er landete nicht als Maler, schon gar nicht als Polier auf einer Baustelle, er fand sich als Strassenkehrer wieder.

Der Alptraum war wahr geworden. Nicht nur - in seinen Augen - ein absoluter Scheissjob, nein, er fühlte sich vor allem gedemütigt, weil er von den Passanten erkannt wurde, von seinen früheren Kunden! Was da für ein Film bei ihm abging, wäre Oscar-reif gewesen! Sein Image war im Eimer! 

Vielleicht kennst du eine solche oder ähnliche Situation aus deinem Leben. 

Was, wenn du genau an diesem Ort ein immens grosser Beitrag sein kannst? Einer, den nur du zu leisten vermagst, weil du eben du bist? Was, wenn du erhobenen Hauptes deinen Rechen schwingen könntest, im Wissen, dass die Menschen es lieben, über saubere Strassen zu gehen? Was, wenn du genau dort der Person begegnest, die dich anschaut, mit dir spricht, eine neue Möglichkeit für dich bereit hält? Ja, es gibt Menschen, die sprechen mit Strassenkehrern, ich zum Beispiel. Ich lächle sie an und bedanke mich bei ihnen.Was, wenn du, egal wo du gerade bist, was du gerade tun musst, heute noch viel mehr von dir sein darfst - und genau dadurch den grossen Unterschied machst?