Lass die Tarnung auffliegen!

11.02.2020

Was, wenn du dich nicht mehr zu verstecken bräuchtest, hinter der Tarnung, die du dir so sorgsam aufgebaut hast? Mütter sind gestresst, Kinder anstrengend, Teenies nicht ansprechbar und Ehemänner haben anderes zu tun, als einen Beitrag zum Aufräumen zu leisten? Weisst du, warum ihr euch alle so abmüht bzw. das Aufräumen nicht leiden könnt und ihm dauernd ausweichen müsst? Warum es so stressig ist, darüber zu reden? Wieso es knatscht und harzt? Weil ihr lieber über das Problem redet, statt eine Lösung zu finden. Und weil nicht hauptsächlich das, was ihr tut, zum Chaos beiträgt, sondern das, was ihr unterlasst.

Und ja, wenn nur alles seinen Platz hätte ... Wenn mein Mann ordentlicher wäre ... Wenn ich nicht so viel arbeiten müsste ... Wenn ich abends nicht so müde wäre ... Wenn das Wörtchen wenn nicht wär ...

Wer hat dir beigebracht, dass wenn du ans Aufräumen denkst, gleich das ganze Haus in einem Schnurz anpacken musst? Und wenn du mal dran bist, am besten nicht wieder aufhörst, bevor die Arbeit beendet ist. Also einer ist am Schluss dieser Aktion sicher fix und foxi: nämlich du! Wieder ein Beweis mehr auf das "Ich schaffe das nicht"-Konto. Macht es dir Freude, dich selbst systematisch kleinzuhalten? Bei einer Coachingkollegin habe ich letzthin gelesen: Du bist nicht gross geworden, um klein zu denken. Also setz dich für einen Moment an den Tisch, wische mit einer entschlossenen Handbewegung alles weg, was im Weg steht, nimm einen Block und einen Stift und schreib dir auf, was du davon hast, so weiterzumachen. Wofür ist es gut? Welche Ausreden bringt das gestresste Mama-Image noch mit sich, die dir nützlich sein könnten? Bei näherer Betrachtung natürlich nur vordergründig, doch immerhin.

Du träumst von mehr Zeit? Schön blöd, wenn du sie tatsächlich hättest, da würde glatt das Aufräumen Platz finden! Also immer brav beim gut gepflegten Image bleiben und weiter klönen. Oder ist es dir gerade ein Lichtlein aufgegangen? 💡Hast du gerafft, dass du dich selber bescheisst mit der ganzen Aktion? Dass du mehr Energie ins Verhindern steckst als ins Lösen deines Problems? Dass du natürlich auch weiter auf ein Wunder warten und hoffen darfst - oder du entscheidest dich jetzt, dein Gerümpel anzupacken. Und zwar auf eine neue Art, eine, die garantiert funktioniert.

Uff ja, auch das ist mein Job als Coach: Tacheles reden!